Barocktanz im Saarland

10. August 2017

In meiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Tonkünstler Verbandes Saar ( DTKV- Saar) bin ich unter anderem auch an der Planung von Weiterbildungskursen für die Mitglieder des Verbandes beteiligt. In diesem Zusammenhang wurde ich gebeten, einen Bericht für die Neue Musikzeitung ( NMZ) zu schreiben, welcher dort in Kürze erscheinen wird und den ich hier auf meiner Homepage schon im Voraus veröffentlichen möchte. Der besprochene Kurs von Frau Mandernach wird auch regelmäßig in der Katholischen Familienbildungsstätte in der Ursulinenstraße in Saarbrücken angeboten und steht dort jedem Interessierten offen.

 

Der DTKV Landesverband Saar bietet seinen Mitgliedern in regelmäßigen Abständen Weiterbildungskurse an, die manchmal auch Nichtmitgliedern offenstehen.

Im Juni diesen Jahres konnte man an einem Wochenende in die Welt des Barocktanzes eintauchen.

 

Christiane Mandernach wurde hierfür als Dozentin gewonnen. Seit vielen Jahren ist sie Mitglied im Landesverband und war zeitweise auch im Vorstand tätig. Sie erwarb die Künstlerische Reife im Fach Cembalo in Detmold und absolvierte dann ihre Tanzausbildung mit Schwerpunkt Barocktanz in der Trossinger Musikhochschule.

 

Vormittags begannen wir mit kurzen Aufwärmübungen vor der ersten praktischen Phase, welche oft schon Bewegungen und Schwünge der Tanzfiguren vorwegnahmen. Wir wurden dabei immer aufs Neue ermuntert „ Haltung zu bewahren“, denn eine selbstbewusste, dem anderen zugewandte Haltung ist nicht nur Ausdruck einer inneren Einstellung, sondern kann umgekehrt diese auch ihrerseits beeinflussen und ist für den Barocktanz unentbehrlich.

Beim Tanz von Menuett, Gavotte und Courante ging es vor allem um das Erlernen der typischen Schrittfolgen und Sprünge. Wichtig waren aber auch die Rückschlüsse, die sich hieraus auf die Interpretation der Musik am Instrument ziehen lassen. Für Musiker sind dies wichtige Hinweise.

Aufgelockert wurden diese eher strengen Tanzformen durch von der Dozentin improvisierte Choreografien von Kontratänzen, bei denen nicht nur paarweise, sondern auch in der Gruppe getanzt wird, ähnlich wie wir es von Volkstänzen kennen. Diese Kontratänze haben uns Tänzerinnen und Tänzern besonders viel Spaß gemacht und uns manchmal sogar an die Grenzen der konditionellen Belastbarkeit gebracht. Eine richtige Gaudi!

In den eingefügten Regenerationsphasen rundete Mandernach die praktischen Übungen durch humorvoll und bildhaft vorgetragene, theoretische und kulturgeschichtliche Erläuterungen ab.

 

Für mich bleibt als Ergebnis, dass die musikalische Darstellung der barocken Tänze notwendigerweise eine gute Kenntnis der entsprechenden Choreografien und Tanzfiguren voraussetzt, am besten durch praktische Ausübung geschult, und dass der Barocktanz als ganzheitliches Fitnesstraining und Schulung der Körperhaltung auch heute noch seine Berechtigung hat, dieses durchaus auch für Nichtmusiker.

Vielleicht probieren auch Sie es einmal mit Barocktanz statt Zumba- Kurs. Die Musik ist für mich auf jeden Fall die bessere!

 

Peter- Christian Reimers

 

www.chrismanda.de

www.fbs-saarbruecken.de

www.nmz.de