Musikunterricht in der Coronakrise - Die neue Realität

17. Mai 2020

Seit einiger Zeit ist auch der instrumentale Einzelunterricht wieder ausdrücklich erlaubt. Fast alle meine Schüler*innen nehmen nun regelmäßig am Unterricht teil. Nur wenige konnte ich bisher noch nicht „einfangen“, dies gilt z.B. für die aus Frankreich kommenden. Doch auch für diese wird sich in Kürze eine Lösung ergeben.

Ist also alles wie vorher? Nein, keineswegs!

Unterricht findet statt, aber in manchem anders als vorher, was kein Nachteil sein muss.

Viele Schüler*innen kommen wie vor der Krise zu mir nach Hause in meine Unterrichtsräume. Hier sitzen wir uns nun, etwas ungewohnt, mit reichlich Abstand gegenüber. Die Schüler*innen stimmen selbst ihr Instrument,in der Regel mit einem Stimmgerät oder nach von mir gegebenen Tönen, führen ihr Aufgabenheft und machen auch die Eintragungen in den Noten. Manche tragen eine Maske, andere nicht.

Ich persönlich bin der Meinung, dass, nach allem, was ich bisher gehört habe, eine Maske bei genügend Abstand voneinander nicht notwendig ist, sofern sich alle an die normalen Verhaltensregeln beim Husten und Niesen halten und die Räumlichkeit regelmäßig gelüftet wird. Da ich im Unterricht relativ viel reden muss und mich durch die Maske daran gehindert fühle, verzichte ich selbst darauf. Auf ein Mitsingen verzichte ich ebenfalls und ersetze dieses, wo immer es geht und sinnvoll ist, durch Mitspielen Auch die offiziellen Vorschriften sehen Schutzmasken im Instrumentalunterricht nicht zwingend vor. Wer möchte, kann natürlich gerne eine solche tragen.

Einen anderen Teil meiner Schülerschaft unterrichte ich weiterhin über Skype. Die Qualität der Übertragung ist jedoch schwankend, da hierfür das Zusammenspiel der technischen Voraussetzungen bei meinen Schüler*innen und meiner eigenen im Zusammenhang mit der Auslastung des Internets keine zuverlässige Verbindung zulässt. Auch andere Plattformen wie etwa Zoom sind im Vergleich keine Verbesserung.

Grundsätzlich müssen alle, die den digitalen Unterricht dauerhaft in Anspruch nehmen wollen, früher oder später in eine bessere technische Ausstattung investieren. Hierzu gehört in erster Linie ein leistungsfähiger Internetanschluss. Des Weiteren sind ein moderner Router, ein gutes Mikrofon, eventuell mit integriertem Kopfhöreranschluss oder extra Kopfhörer, sowie ggf. eine externe Kamera als zusätzliche Ausrüstung zu einer besseren Übertragung nötig.

Zur Zeit bin ich dabei, mich über solche ergänzenden Möglichkeiten, die für Schüler*innen erschwinglich sind, zu informieren. Ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht fällt, das nötige Interesse für diese technischen „Spielereien“ zu entwickeln, denn eigentlich würde ich mich viel lieber mit den Themen beschäftigen, die mir wirklich am Herzen liegen: der Musik und dem Musikunterricht.

In Zukunft wird es hoffentlich eine digitale Plattformen geben, die speziell auf qualitativ hochwertige Übertragung von Musikunterricht ausgerichtet ist. Die Möglichkeit einer Übertragung in Studioqualität wird zur Zeit diskutiert und ihre Einrichtung angestrebt. Dies ist aber jetzt noch „Zukunftsmusik“ und diese bessere Qualität wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht kostenfrei zu haben sein.

Im Moment sehe ich uns in dieser Beziehung noch in der digitalen Steinzeit, bin aber sehr gespannt, wann wir diese verlassen und in ein neues digitales Unterrichtszeitalter eintreten können.

Zu hoffen ist, dass wir schon vorher medizinische Mittel haben, um endlich dem Corona- Virus die Stirn zu bieten und es in die Knie zu zwingen.

So oder so, Gitarrenunterricht ist immer möglich, und wenn Sie Lust auf einen geregelten Unterricht haben, so rufen Sie mich doch einfach mal an.